Wenn aus einem Problem eine Mission wird: Die Geschichte hinter Social Circle

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Was passiert, wenn man den Fachkräftemangel nicht nur aus Statistiken kennt, sondern ihn Tag für Tag selbst erlebt?
Recruiting kann mehr sein als Stellen besetzen. Social Circle zeigt, wie faire Arbeitsbedingungen, Sichtbarkeit und eine starke Community dazu beitragen können, das Sozialwesen nachhaltig zu stärken.

Sieshan Shahid berichtet von seiner bewegenden Gründungsgeschichte:

1) Was hat dich dazu gebracht, gerade dieses Start-up zu gründen – und was ist eure Mission?

Ich komme aus der stationären Kinder- und Jugendhilfe – umgangssprachlich: dem Kinderheim. Dort habe ich den Fachkräftemangel im Sozialwesen nicht in einer Statistik gelesen, sondern am eigenen Leib erlebt. Wer schon einmal mit zehn traumatisierten Kindern allein im Dienst stand, weiß, was fehlende Fachkräfte konkret bedeuten – für die Kinder und für die, die bleiben. Dieses Problem habe ich in die Hochschule getragen, und gemeinsam mit Kommiliton:innen an der Frankfurt UAS haben wir angefangen, an einer Lösung zu bauen. Daraus ist Social Circle entstanden. Unsere Mission: die Arbeitsbedingungen im Sozialwesen verbessern, indem wir die richtigen Fachkräfte mit fairen Arbeitgebern zusammenbringen – und faire Träger sichtbar machen.

2) Wie hat der Sozial Innovator deinen Gründeralltag verändert – gab’s einen Aha-Effekt?

Enorm. Vor allem das Coworking in der Villa hat etwas verändert, das man leicht unterschätzt: Gründen ist einsam – und plötzlich war da ein Ort mit echtem Gründergeist um mich herum. Die Beratung, das Angebot und vor allem die Vernetzung haben aus einer Idee ein Unternehmen gemacht. Der Aha-Effekt war weniger ein einzelner Moment als eine Erkenntnis: Allein kommst du schneller, gemeinsam kommst du weiter. Ein herzlicher Gruß an Patrick an dieser Stelle – genau diese Art von Umfeld macht den Unterschied.

3) Wenn das Start-up ein Haustier hätte, welches wäre es und warum?

Ein Border Collie. Hochintelligent, unermüdlich und dafür gemacht, eine ganze Herde zusammenzuhalten und in die richtige Richtung zu bewegen – genau das tun wir mit einer zersplitterten Branche: Fachkräfte, Träger und Community an einem Ort. Und ehrlich: Beide brauchen viel Bewegung und werden unruhig, wenn Stillstand herrscht.

4) Welches Problem hat beim Gründen am meisten überrascht – und vielleicht zum Schmunzeln gebracht?

Dass die größte Hürde bei der Fachkräftegewinnung im Sozialwesen nicht die Technik ist, sondern die Frage: „Aus welchem Budget zahlen wir das eigentlich?“ Ich dachte, ich baue eine Recruiting-Plattform – tatsächlich baue ich mindestens genauso viel an der Frage, wie ein Sektor, der überall sparen muss, trotzdem in Fachkräftesicherung und faire Arbeitsbedingungen investieren kann. Man wird als Gründer schnell zum Hobby-Finanzarchitekten.

5) Was ist dein Geheimrezept, um auch an stressigen Tagen motiviert zu bleiben?

Ich erinnere mich, wofür wir das machen. Wenn eine Fachkraft über Social Circle einen Arbeitgeber findet, bei dem sie bleiben will, oder ein sozialer Träger endlich eine offene Stelle besetzt, ist das kein abstraktes KPI – das ist ein echter Mensch. Genau diese Wirkung treibt unsere Community von über 10.500 Fachkräften im Sozial- und Gesundheitswesen an. Und ganz praktisch: lieber unperfekt starten als perfekt zögern. Bewegung schlägt Grübeln.

6) Wie wird dein Start-up in 5 Jahren die Welt verändert haben?

In fünf Jahren ist Social Circle der Marktstandard für Recruiting im Sozialwesen – die erste Adresse für jede Fachkraft und jeden fairen Arbeitgeber im Sozial- und Gesundheitswesen in Deutschland. Aus heute über 10.500 Fachkräften wird die größte und relevanteste Fachkräfte-Community im Sozialbereich. Und wenn wir es richtig machen, misst man Arbeitgeber dann auch daran, wie fair sie sind – nicht nur daran, ob sie im Fachkräftemangel überhaupt jemanden finden.

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